Der Praktikant mit dem Lexikon-Gedächtnis
Stell dir künstliche Intelligenz wie LeChat nicht als allwissende Maschine vor, die deine Gedanken lesen kann. Sieh die KI lieber als einen extrem belesenen Praktikanten an. Wir nennen diesen Praktikanten Peter. Peter hat jedes Buch der Welt gelesen, jede Wikipedia-Seite studiert und kennt alle Marketing-Theorien der letzten fünfzig Jahre.
Wenn Peter zurufst: „Mach mal Marketing für mich“, wird er dich mit großen Augen anstarren. Er ist überfordert. Er weiß nicht, was du verkaufst, wer deine Kund:innen sind oder was du eigentlich erreichen willst. Das Ergebnis wird generisch und unbrauchbar sein.
Das Restaurant-Prinzip: „Ich habe Hunger“ reicht nicht
Ein weiteres Bild hilft, das Prinzip des „Promptings“ (so nennt man die Eingabe von Befehlen in die KI) zu verstehen. Stell dir vor, du gehst in ein Restaurant. Wenn der Kellner kommt und du nur sagst: „Ich habe Hunger“, ist das Ergebnis Glückssache. Vielleicht bekommst du eine Suppe, obwohl du Lust auf ein Steak hattest. Vielleicht bekommst du Nudeln, obwohl du kein Gluten verträgst.
Damit du satt und glücklich wirst, musst du präzise bestellen: „Ich hätte gerne das Rumpsteak, medium gebraten, mit Rosmarinkartoffeln statt Pommes und bitte die Sauce extra.“ Genau so funktioniert die Arbeit mit KI.
Vom vagen Befehl zum perfekten Briefing
Unternehmer:innen sind oft enttäuscht von den ersten KI-Ergebnissen, weil sie – ohne es zu merken – „Ich habe Hunger“ zur KI gesagt haben. Ein Prompt wie „Schreibe einen LinkedIn-Post“ ist zu vage. Damit dein digitaler Praktikant abliefern kann, braucht er Kontext. Ein guter Prompt enthält folgende Elemente:
- Rolle: „Verhalte dich wie ein erfahrener Social-Media-Manager.“
- Kontext: „Wir sind ein Handwerksbetrieb für Solaranlagen.“
- Aufgabe: „Schreibe einen LinkedIn-Post über die Vorteile von Solarenergie für Einfamilienhäuser.“
- Zielgruppe: „Sprich junge Familien an, die gerade ein Haus bauen.“
- Tonalität: „Der Ton soll locker, aber vertrauenswürdig sein.“
Wenn du diese Struktur beachtest, verwandelt sich Peter plötzlich in einen Hochleistungs-Mitarbeiter. Die Qualität der Antwort hängt fast immer direkt von der Qualität deiner Eingabe ab. In der Fachsprache nennt man das: Garbage In, Garbage Out (Müll rein, Müll raus). Wer präzise bestellt, wird hingegen exzellent bedient.




