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Jakob Steinschaden von eustella

eustella versteht sich als europäischer persönlicher KI-Agent – gebaut für Smartphones, betrieben mit Open-Source-Modellen und konzipiert so, dass alle Daten in der EU bleiben.Jakob Steinschaden von eustella
Eustella Team
Eustella Team
Co-Founder eustella

Jakob Steinschaden (im Bild rechts) kennt die Tech-Welt von beiden Seiten: Als Gründer von Trending Topics hat er jahrelang über Startups geschrieben, die Europa verändern wollen. Jetzt baut er selbst eines. Mit eustella will das Wiener Team zeigen, dass europäische KI nicht nur ein politisches Versprechen ist – sondern ein Produkt, das Menschen täglich nutzen. Wir haben nachgefragt.

Jakob, was war der Moment oder die Erkenntnis, die euch als Team dazu gebracht hat, eustella zu gründen? Was hat euch so geärgert oder begeistert, dass ihr gesagt habt: Das müssen wir selbst bauen?

Wir haben gemerkt: Jeder von uns nutzt täglich US-KI und füttert dabei seine intimsten Daten an Systeme, über die wir null Kontrolle haben. Der Moment war eigentlich banal: Du tippst etwas Persönliches in ChatGPT und denkst kurz „Wo landet das jetzt eigentlich?“

Genau diese Frage sollen sich Europäer:innen 2026 nicht mehr stellen müssen. Also bauen wir das selbst, und zwar mit Open-Weights-Modellen und einer Architektur, die auf europäischen Anbietern wie etwa Ionos, Scaleway oder Verda beruht.

Ihr nennt euch einen KI-Agenten, keinen Chatbot. Wo liegt für euch konkret die Grenze – und was kann eustella heute schon, das ChatGPT nicht kann?

Ein Chatbot antwortet. Ein Agent handelt. eustella hat mit SOUL ein persistentes Memory-System – sie erinnert sich an dich über Sessions hinweg. Und unsere AI Agents (z.B. News, Deep Research, Learning, Weekend Planner) führen mehrstufige Aufgaben eigenständig aus, statt nur auf den nächsten Prompt zu warten.

Was passiert, wenn Alibaba Cloud morgen entscheidet, Qwen unter eine restriktive Lizenz zu stellen? Habt ihr einen Plan B – oder seid ihr de facto abhängig?

Wir sind genau deshalb Modell-agnostisch gebaut. Qwen ist eine Komponente, kein Fundament. Wir können auf Mistral, DeepSeek, Gemma usw. switchen, die Architektur erlaubt das. Open Source heißt für uns auch: optional.

Im Wochen-Rhythmus kommen neue Open Weights-Modelle auf den Markt, die wir immer prüfen. Somit sind wir flexibel und können sehr schnell auf eine Alternative switchen, wenn etwas Besseres verfügbar ist.

Agentische KI, die eigenständig handelt, ist mächtig – aber auch gefährlich. Welche Grenzen habt ihr eingebaut? Was darf eustella niemals tun, auch wenn der Nutzer es befiehlt?

Wir haben natürlich die fundamentalen Sicherheitseinstellungen für KI sowie auch für unsere Agents eingestellt. Das sind Safeguards gegen Kriminalität, gefährliche Baupläne (Bomben, etc.), Cyberkriminalität, toxisches Verhalten, sexuelle Inhalte etc. Mehr Informationen unter https://eustella.com/ai-models/safety dazu.

Zusätzlich für die Agents haben wir derzeit technische Grenzen eingebaut: Es können etwa (noch) keine Buchungen oder Käufe automatisch abgeschlossen werden oder ähnliche rechtlich bindende Aktionen, die der Nutzer wünscht oder vielleicht auch nicht wünscht.

Wer ist euer idealer Nutzer – und was macht eustella für ihn zum Gamechanger, nicht nur zur netten Alternative?

Der digital souveräne Europäer: jemand, der KI täglich nutzt, aber unwohl dabei ist, dass Big Tech alles mitliest. Unsere Beta-User kommen aus ganz Europa, von Malta bis Norwegen, von Spanien bis Bulgarien. Es sind Leute, die ein mobiler Agent begeistert, und Menschen, die verstehen, dass „kostenlos“ nie kostenlos ist. Für die ist eustella nicht nett, sondern notwendig.

Wo steht eustella in zwei Jahren – und woran würdet ihr selbst merken, dass ihr gescheitert seid?

In zwei Jahren? eustella ist die Standard-KI-Companion-App im Europa mit einer lebendigen Community, die das Produkt mitentwickelt. Gescheitert wären wir, wenn eustella zur „europäischen Alternative aus Prinzip“ verkommt, also nur genutzt wird, weil sie europäisch ist, nicht weil sie besser ist. Souveränität ohne Produktqualität ist Folklore.

Welches europäischen KI Tools nutzt du selbst täglich, außer eustella?

Täglich eigentlich keines. Le Chat von Mistral ist etwa für schnelle Recherche am Desktop interessant, DeepL für Übersetzungen, Lovable für schnelle Mock-ups.

Was bedeutet diese DSGVO-Einstufung?

Wir möchten Transparenz schaffen, ohne vertrauliche Daten preiszugeben.
Alle gelisteten Anbieter können daher eine DSGVO-Selbstauskunft ausfüllen. 

Anhand der Antworten ordnen wir jedes Tool einer von drei Datenschutz-Stufen zu – dargestellt durch die Datenschutz-Batterien:

DSGVO-Basis – EU-Datenresidenz möglich, DPA verfügbar, aber mit Einschränkungen.
DSGVO Plus DSGVO-Plus – EU-Server, Standardvertragsklauseln (SCCs), Opt-out für Training, Löschung auf Anfrage.
DSGVO-Champion – EU-Server, DPA verfügbar, keine Datennutzung für Training, sofortige Löschung.

So entsteht für Besucher:innen ein einheitliches, leicht verständliches Bild der Datenschutz-Qualität – ohne dass sensible Details der Anbieter veröffentlicht werden.